Mit Frühtau durch Nordkorea

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In unserer Serie in welcher wir Flickr-Fotografen näher kennenlernen, möchten wir euch heute Frühtau aus Deutschland vorstellen. Frühtau hat innerhalb der letzten 10 Jahre mehrere Reisen nach Nordkorea unternommen und gibt mit seiner Fotografie Einblicke in ein den meisten recht unbekanntes Land.

Pyongyang station

Lebst Du in Asien oder bereist Du es nur sehr oft?

Ich habe einmal ein Jahr in Peking gewohnt, mittlerweile bin ich aber wieder in Deutschland. Ich bereise China und seine angrenzenden Länder aber immer noch recht häufig – circa einmal im Jahr.

Was fasziniert Dich an Nordkorea und wie oft konntest Du es schon bereisen?

Nordkorea übt einen ganz bestimmten Reiz aus, der sich recht schwer in Worte fassen lässt. Nur soweit: Das Schicksal und die Lebensweise der Menschen, die Kultur, die Geschichte des Landes – auch die Parallelen zur einstigen deutschen Teilung, seine grandiosen Landschaften, die Ursprünglichkeit. Außerdem die Architektur, die Geheimnisse des Landes und viele fotogene Motive waren für mich ein Grund, Nordkorea über 10 Jahre hinweg insgesamt 4-mal zu bereisen.

Pyongyang metro (Chonsung station) Whisper...whisper... Farmer Tongbong cooperative farm

Deine Fotos sind größtenteils eingescannte Dias, selbst bei Aufnahmen die letztes Jahr aufgenommen wurden. Warum Diafilm?

Ich selbst hege immer noch eine vielleicht etwas “altmodische” Leidenschaft zum Analogfilm, solange es ihn noch gibt. Hierzu besitze ich eine umfangreiche Fotoausrüstung. Die Arbeit mit dem Medium Film und seiner Technik macht mir weiterhin noch Freude, solange dieses Medium eben erhältlich und bezahlbar ist.

Was sind die wichtigsten Dinge die man als ausländischer Fotograf in Nordkorea beachten muss?

  1. Man sollte sich dem Land und seinen Menschen offen, freundlich und ohne Vorurteile näheren. Sich dabei nicht wie die Axt im Wald zu benehmen, da dies zu direktem Mauern und Verschlossenheit führen kann. Wenn man dies einhält kann man über das Land, seine Bewohner und Lebensumstände viel, teils überraschendes erfahren und man wird mit so manch schönem Motiv belohnt.
  2. Ruhe bewahren und Ansprüche zurückschrauben. Sich auf das Land und seine Menschen einlassen.
  3. Soweit gewünscht sollte man das Fotografierverbot sowie die geltenden Regeln für ausländische Besucher beachten und einhalten.

Pyongyang fun fair

Welche Deiner Nordkorea Fotos auf Flickr gefallen Dir selbst besonders und warum?

Ich persönlich finde gelungene Portraits von Menschen sehr schön. Solche Aufnahmen sind meist Schnappschüsse in kurzen, teils schönen Momenten und können meist auf Grund mancher Regelungen gar nicht so einfach entstehen, wie in anderen Ländern.

north korea, DPRK, Mount Paekdou

Welches war Dein erster Fotoapparat und welche Kamera würdest du auswählen, wenn du für den Rest Deines Lebens nur noch mit einer Kamera fotografieren dürftest?

Begonnen habe ich vor ca. 25 Jahren mit einer Nikon FM2 Kleinbildkamera. Derzeit arbeite ich mit einer Nikon F90 und einer F4. Für die Zukunft und einem bevorstehenden kompletten Wechsel zur Digitalfotografie liebäugle ich mit einer Nikon F5 oder Canon 7D.

Welchen Tipp würdest du mit jemandem teilen, der gerade mit der Fotografie beginnt?

Auch wenn die Digitalfotografie mittlerweile fast allgegenwärtig ist, würde ich jedem der die Fotografie erlernt oder sich anderweitig zum ersten mal mit der Fotografie beschäftigt empfehlen, ein, zwei Jahre mit einer einfachen analogen Kamera zu arbeiten. Hier lernt man einiges über die Technik und bekommt bei dem Zusammenspiel von Blendenwerten und Verschlusszeiten ein gutes Gefühl für Lichtsituationen und Motive, das man später auch bei der Digitalfotografie gut anwenden kann.

Frühtau, vielen Dank für das Interview.

Mehr von Frühtau in seinem Fotostream. Weitere Eindrücke aus Nordkorea in seinem gleichnamigen Album.

Veröffentlicht von Markus Spiering
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