100 Fremde, 100 Geschichten (I)

Ein Fotoprojekt, das mich schon seit einiger Zeit interessiert hat, sind die 100 Strangers (100 Fremde). Laut der Gruppe des Projekts ist "das Projekt 100 Fremde eine Lerngruppe, die für diejenigen gedacht ist, die ihre für die Portraitierung und das Erzählen der Geschichten von Fremden notwendigen sozialen und technischen Fähigkeiten verbessern möchten." Die Herausforderung ist "100 Fotos von mindestens 100 Menschen, die du nicht kennst, zu machen, indem du auf sie zugehst und nach Erlaubnis fragst, ein Foto aufzunehmen und es in diese Gruppe einstellen zu dürfen."

Um etwas mehr Einblick und Tipps zu bekommen, haben wir mit sechs Leuten gesprochen, die bereits an dem Projekt gearbeitet haben. Wir fragten sie, wie sie auf das Projekt aufmerksam wurden und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Stranger 69/100 - Stephen    Stranger 44/100 - Zhang

Der erste Fotograf mit dem wir sprachen ist jim_darling, aus Washington, DC. Er erzählt uns, dass er im Mai 2008 über das Projekt stolperte und sofort wusste, was er tun würde: "Tatsächlich glaube ich, dass die treffendere Antwort wäre, dass ich wusste, was ich tun MUSSTE."

"Ich entdeckte ein Foto im Stream eines Nutzers namens Wan-Der-Lust. Sie dokumentierte ihren Umzug quer durch die USA, von Washington, DC, nach Colorado, und auf dem Weg hatte sie das Projekt gestartet. Ich glaube nicht, dass sie das Projekt beendet hat, aber es war ihr fünftes Foto für das Projekt, welches ich sah, und in ihrer Beschreibung dieses Fotos entdeckte ich den Link. Bevor ich überhaupt die Anweisungen gelesen hatte, hatte ich ein sehr gutes Gefühl, dass ich wusste, worum es gehen würde. Und wie ich bereits sagte, ich wusste einfach, dass ich mich darauf einlassen würde."

Jim verlor ungefähr zwei Monate vor seiner Entdeckung des 100 Fremde-Projekts seine Arbeit als Grafikdesigner, und zu diesem Zeitpunkt hatte er Lust auf etwas Neues und Kreatives: "Fotografie war immer eine meiner Leidenschaften, nun hatte ich einen Grund wieder mit dem fotografieren anzufangen."

Strangers 22/100 - Brooke & Chelsea

"Ich glaube es gibt keine geheime Zutat, wenn es darum geht sich an ein potenzielles Model zu wenden.", sagt er. "Ich glaube das Persönlichkeit eine wichtige Rolle spielt, wenn man sich diesem Projekt stellt. Eine der größten Hürden oder Herausforderungen, die in der Gruppenbeschreibung erwähnt wird, ist es, aus dem eigenen Wohlfühlbereich herauszutreten und die Angst zu überkommen. Leute anzusprechen. Ich glaube nicht, dass mir dies je Sorgen gemacht hat. Tatsächlich war ich gespannt darauf, neue Leute anzusprechen und kennen zu lernen, und jetzt hatte ich mit dem Projekt einen Grund, auf sie zuzugehen."

Jim erwähnt, dass ihn Leute gefragt haben, wie er entscheidet, wen er fotografiert, und er glaubt, dass sozusagen die Fotos diese Frage bereits selbst beantworten: "Wie es der Fall mit allen meinen Fremden war, hatten sie alle dieses bestimmte etwas das mir sofort auffiel. Wenn ich sie mir nicht als Foto vorstellen kann, das andere inspirierend oder faszinierend finden, mache ich keine Aufnahme."

Stranger 28/100 - Tielle  Strangers 99/100 - Moira & Hillary  Stranger 94/100 - Kyle

"Der beste Rat, den ich je von anderen erhalten habe ist, dir selbst fünf Sekunden zu geben, um zu entscheiden ob du jemanden ansprichst oder nicht. Je länger du wartest, desto nervöser wirst du. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit für sie, dich zu bemerken wie du sie bemerkst, und das könnte ihnen Unbehaben bereiten. Lass dir ein paar Visitenkarten machen (moo.com) und halte immer eine bereit, um sie jemandem zu zeigen. Es signalisiert ihnen, dass du das Projekt ernst meinst und es gibt ihnen die Sicherheit zu wissen, dass sie sich das Ergebnis ansehen können."

Einige von Jims vielen Lieblingsffremden könnt ihr oben sehen, und er liebt diese Fotos aus vielen Gründen: "Manche sind einfach exzellente Beispiele einer technisch guten Arbeit, andere sind es wegen der Geschichte, die ich mit unserem Treffen verbinde oder damit, was sie mit mir teilten. Aber die absoluten Favoriten sind diejenigen, die Auslöser eine andauernden Freundschaft mit der Person waren."

Wir danken Jim für seine Sicht auf die 100 Strangers. Besucht sein Album, um alle seiner 100 Strangers-Fotos zu sehen.

Fortsetzung folgt…

Veröffentlicht von Kay Kremerskothen
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